Aylin ist vor etwas mehr als einem Jahr wegen einer neuen Stelle nach Hamburg gezogen. Den Deutschkurs hat sie von Anfang an besucht, zweimal in der Woche, immer abends nach der Arbeit. Trotzdem blieb ein Gefühl: „Im Kurs habe ich mitgeschrieben und den Stoff verstanden. Sobald ich aber wirklich sprechen musste — beim Bäcker, in der Besprechung, am Telefon — bin ich ins Stocken geraten“, erzählt sie.
Viele Sprachlehrkräfte kennen genau dieses Muster. Ein Gruppenkurs gibt Wortschatz und Grammatik verlässlich mit. Was dabei fast zwangsläufig zu kurz kommt, ist die reine Zeit, in der jemand selbst redet. Sitzen fünfzehn bis zwanzig Personen in einem Kurs, bleiben für jede einzelne Person pro Stunde oft nur wenige Minuten aktives Sprechen.